Brustbildnis Christina, Königin von Schweden (1626–1689), 1649
Christina von Schweden (1629–1689) war bis zu ihrer Abdankung 1654 Königin von Schweden und zog anschließend nach Rom, wo sie sich ihren vielseitigen Kunst-, Wissenschafts- und Sammelinteressen hingab.
In diesem Porträt blickt sie den Betrachter:innen entgegen, gekleidet in ein weit ausgeschnittenes Kleid, ein Spitzentuch, welches durch eine diamantbesetzte Brosche gehalten wird, sie trägt Perlenschmuck im Haar und eine Perlenkette. Ihre Haare fallen in Ringellöckchen auf ihre Schultern.
Der Kupferstich von Falck, schwedischer Hofkupferstecher, beruht auf dem Gemälde des niederländischen Porträtmalers David Beck (1621–1656). Da das Gemälde nicht mehr erhalten ist, kann es nur noch über diese Grafik rekonstruiert werden. Beck wurde 1647 von Christina zum ersten Kammerherrn und Hofmaler ernannt. In ihrem Auftrag bereiste er andere bedeutende Höfe Europas, um dort für Christina Porträts wichtiger Persönlichkeiten anzufertigen. Im Gegenzug schenkte er den Porträtierten Bilder der Königin. Dafür boten sich Grafiken an, denn sie konnten vervielfältigt werden und waren einfach zu transportieren. Ein solcher Austausch von Porträtgrafiken war in der Zeit weit verbreitet. Dies diente nicht nur diplomatischen Zwecken, sondern gleichzeitig dem Andenken der Auftraggeberin.
Buckley, Veronica: Christina, Königin von Schweden. Das rastlose Leben einer Exzentrikerin, Frankfurt am Main 2005.
Upmark, Gustaf: Jeremias Falck in Schweden und seine schwedischen Stiche, in: Janitschek, Hubert (Hg.): Repertorium für Kunstwissenschaft, Bd. 8, Berlin/Boston 1968, S. 306–324.
Nordenfalk, Carl (Hg.): Christina, Queen of Sweden: A personality of european civilisation [Ausst.-Kat. Nationalmuseum Stockholm 1966], Stockholm 1966.
Biografie Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- […] – o.J.-1980 Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter – 1980 Vermächtnis Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter an das heutige LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster – seit 19.09.1980 LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster