Brustbildnis Johann Forster (1496-1556), 1556
Die lateinische Schrift unter dem 1556 entstandenen Brustbildnis gibt an, wer hier porträtiert wurde: Es ist der Theologe und Hebraist Johann Forster (1496–1558). Er war sowohl einflussreicher Professor der hebräischen Sprache als auch ein wichtiger Vertreter der Reformationsbewegung um Martin Luther. Er reformierte innerhalb der Grafschaft Henneberg zwischen 1544 und 1546 durch zwei große Kirchenvisitationen. Die Druckgrafik ist Teil seiner bedeutendsten Publikation, dem hebräisch-lateinischen „Lexikon Dictionarium Hebraicum“, und lässt sich auf der Rückseite des Titelblatts verorten. Forster ist auf der Grafik mit einem Buch in der Hand abgebildet und auch sein weißer Bart und die Gelehrtenrobe weisen auf seine Stellung als Professor hin.
Lucas Cranach d. J. (1515–1586) wird die Rolle des Urhebers und Formschneiders dieses Holzschnitts zugeschrieben. Sein Wappen, die geflügelte Schlange, steht rechts neben dem Kopf des Gelehrten. Der in der Renaissance tätige Maler und Zeichner wirkte wie Forster in Wittenberg im Kreis der Reformatoren. Auch Hans Blocksberger d. Ä. (1510–1561) hat anteilig an der Druckgrafik mitgewirkt. Darauf deutet sein Monogramm mit den Initialen „HB“ in der linken unteren Ecke des Druckes hin.
Enke, Roland (Hg): Lucas Cranach der Jüngere – Entdeckung eines Meisters [Ausst.-Kat. Augusteum, Wittenberg 2015], München 2015.
Zeitel, Karl: Die Reformation im Henneberger Land. Von den Anfängen bis zur Annahme der Augsburgischen Konfession durch Wilhelm von Henneberg, nach zeitgenössischen Zeugnissen, Hildburghausen 1994.
Wiedemann, Hans: Augsburger Pfarrerbuch. Die evangelischen Geistlichen der Reichsstadt Augsburg 1524–1806, Nürnberg 1962.