
unbekannt Hüftbildnis Anna Maria von Schürmann (1607–1678), um 1670/1720 (Daten übernommen vom Rijksmuseum)
Anna Maria von Schürmann (1607–1678) galt als eine der gelehrtesten Frauen Europas, was zu ihren Lebzeiten ungewöhnlich war. Frauen war das Studium an Universitäten verboten und dennoch gelang es ihr, eine der ersten Studentinnen Europas zu werden. Sie wurde stets von ihrer Familie gefördert und unterstützt. So hatte ihr älterer Bruder sie zum Beispiel mit seinen Professoren bekannt gemacht und sie an seinen Studien teilhaben lassen. Auch, wenn sie sich nicht offiziell an der Universität Utrecht einschreiben durfte, nahm sie an Vorlesungen und Diskussionen aller Fakultäten teil.
Sie korrespondierte mit Gelehrten in ganz Europa und sprach mindestens 10 Sprachen, darunter auch Äthiopisch und Persisch. Außerdem war sie künstlerisch erfolgreich, vor allem in der Malerei und Kupferstechkunst. In letzterer bildete sie die Kupferstecherin Magdalena de Passe (1600–1638) aus. Zudem war sie eine Virtuosin in der Musik und der Dichtkunst sowie eine Gelehrte der Geografie, Theologie, Astronomie, Pädagogik, Historik, Linguistik und Philosophie.
Das Porträt nimmt Bezug auf Anna Maria von Schürmanns Schaffen. Sie wird neben einem Tisch mit vielen Schriften darauf und einem Selbstporträt als Medaillon in ihrer Hand abgebildet. Der Utrechter Dom im Hintergrund markiert ihren Wirkungsort. Die Druckgrafik war Teil einer unbekannten Publikation. Der Text der Buchseite thematisiert genau wie die Druckgrafik ihr vielseitiges Leben, Wissen und Können.



