Fräulein Fordyce, Porträt um 1762/1763, Stich 1762/63
Das Porträt zeigt eine junge Frau in Halbfigur, die eine Laute spielt. Die Inschrift unter dem kreisförmigen Ausschnitt gibt an, dass es sich um eine gewisse Miss Fordyce handelt. Sie sitzt in leicht nach rechts abgewandter Körperhaltung und schaut zu einem geöffneten Notenbuch, welches auf einem Tisch zu ihrer Rechten aufgestellt ist. Im 18. Jahrhundert galt musikalische Bildung als Zeichen eines hohen gesellschaftlichen Standes, der demnach auch im Falle der Porträtierten betont werden sollte. Dieser wird zudem durch ihre Kleidung unterstrichen. Sie trägt ein elegantes Kleid und ihre Haare werden teilweise von einem Schleier bedeckt.
Purcell, der Künstler dieser Grafik, arbeitete für den Londoner Verleger Robert Sayer (1725–1794). Für ihn kopierte er Werke anderer bekannter Grafiker der Zeit, vor allem von James McArdell (ca. 1729–1765) und James Watson (ca. 1740–1790). Dabei verschleierte er oft seine Identität, indem er verschiedene Pseudonyme wie „Charles Corbutt“ oder „Young Corbutt“ nutzte. Dieses Werk wurde mit „Phillip Corbutt“ signiert. Das Porträt ist daher wahrscheinlich eine Kopie von Watsons Grafik desselben Motivs, das sich ebenfalls in der Sammlung des Porträtarchivs Diepenbroick befindet (vgl. Inventar-Nr. C-598227 PAD).