
Jean-Louis Anselin Halbfigur Madame de Pompadour (1721-1764), 3. Drittel 18. Jh.
Madame de Pompadour, mit bürgerlichem Namen Jeanne-Antoinette Poisson (1721–1764), wurde in diesem Porträt von Anselin nach dem Gemälde von Carle van de Loo (1705–1765) als schöne Gärtnerin dargestellt. In erster Linie bediente man damit einen Trend, der sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts innerhalb der französischen Oberschicht etablierte. Im Stil der sogenannten Bauernidylle nahm die Oberschicht durch bestimmte Darstellungsweisen Bezug auf das Bürgertum. Mit dem heraus blitzenden Unterkleid, dem dezenten Schmuck und dem verrutschten Schal verband sie ihren adeligen Status mit ihrer bürgerlichen Herkunft. Madame de Pompadour gehörte nicht von Geburt an dem Adel an, sondern stammte aus einer zwar wohlhabenden, aber bürgerlichen Familie. 1745 schaffte sie den sozialen Aufstieg, als sie als erste Bürgerliche den Status der Mätresse von König Ludwig XV. erhielt und damit Mitglied des französischen Hofes wurde. Ist sie bis heute vor allem in ihrer Rolle als Mätresse bekannt, war sie jedoch ebenfalls aktiv in das politische Geschehen und die Regierungsarbeit des Königs involviert und somit ein wichtiger Bestandteil dieser.
Stickel, Lena Katharina: Zur Ikonographie einer Maîtresse en titre. Strategien der Legitimation in den Porträts der Madame de Pompadour, München 2010.
Dade, Eva Kathrin: Madame de Pompadour. Die Mätresse und die Diplomatie, Diss., Universität Bern, Köln 2010.
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