
unbekannt Inrō mit Ojime und Netsuke mit dem Dekor "Zwei Kugelfische und eine Rotbrasse", 19. Jh.
Dieses in Form und Dekoration ungewöhnliche Inro zeigt zwei fugu-Fische (Kugelfische) und einen tai-Fisch (Rotbrasse). Die Fische sind über braunem Lackgrund in flachem und erhabenem Streubild in rötlichem Silber ausgeführt; ihre Augen sind in Schwarz und Weiß gemalt. Der hochgiftige fugu darf in Japan nur mit speziellen Lizenzen gefangen, gehandelt und zubereitet werden; immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen beim Verzehr dieses Fisches, da ausschließlich das ungiftige Muskelfleisch gegessen werden kann.
Der tai-Fisch, der die andere Seite des Inro, zusammen mit einem kleineren fugu ziert, wird mit dem japanischen Neujahrsfest assoziiert und ist häufig gemeinsam mit Ebisu, dem stets lächelnden Gott der Fischer und des Wohlstandes dargestellt. Der tai-Fisch gilt als Glückssymbol, da seine leuchtend rote Farbe als glücksbringende, lebensspendende Farbe gilt und sein Name mit dem japanischen Wort medetai verbunden ist, was "verheißungsvoll" oder "beglückwünschend" bedeutet. Während der Edo-Zeit (1603–1868) war der tai einer der am meisten geschätzten Fische und wurde oft als Geschenk an den Shogun überreicht.
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Literatur:
Heinz und Else Kress, Japan in miniature, München: Hirmer 2018, S. 177-178, Nr. 62, Abb. 177-178



