Medaille („Gnadenpfennig“) des Christoph Bernhard von Galen, Fürstbischof von Münster (1650–1678), 1659
Dieses als Gnadenpfennig bezeichnete Medaillon zeigt den Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen (1606–1678) als Brustbild im Profil. Das Kreuz, welches um seinen Hals hängt, ist ein Attribut seines bischöflichen Amtes. Diese Art der Porträtmedaillen entstand in den landesherrlichen Höfen in Deutschland in der Zeit der Renaissance als Geschenk für Freunde und Begünstigte. Sie wurden an einer Kette um den Hals getragen. So gibt es auch am Gnadenpfennig eine Öse, an der die Medaille umgehängt werden konnte. Galen beauftragte die Medaille beim Wachsbossierer Georg Pfründt während des Reichstages in Regensburg 1653.
Der bei Münster geborene Christoph Bernhard von Galen wurde von Jesuiten erzogen, studierte in Frankreich und wurde Domherr in Münster. In dieser Rolle nahm er für seinen Landesherrn Erzbischof Ferdinand von Köln an den Friedensverhandlungen des Westfälischen Friedens in Münster teil. Als der Erzbischof starb, wurde Galen im Jahr 1650 zum Bischof gewählt. Er fokussierte sich vor allem in den ersten Jahren auf innenpolitische und kirchliche Probleme in den Nachwehen des Dreißigjährigen Krieges. Der Bischof bewirkte Rechtsprechungen, gründete Schulen und belebte das religiöse Leben neu. Zudem sorgte er durch mehrere kriegerische Auseinandersetzungen dafür, dass die Hauptstadt Münster bischöfliche Landesstadt blieb.
Dethlefs, Gerd / Kusch-Arnhold, Britta / Pieper-Rapp-Fricke, Eva: Geschenkt! Erwerbungen des Freundeskreises des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Münster, Münster 2007, S. 86.
Rieckenberg, Hans Jürgen: Christoph Bernhard von Galen, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), https://www.deutsche-biographie.de/pnd118520709.html#ndbcontent [21.08.2023].
- 1934 erworben von der Münzenhandlung Sally Rosenberg (Frankfurt/Main), Auktion 80, Los-Nr. 230
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