Inflated Dinghy, 2009
In „Inflated Dinghy“ verbindet Kirsten Pieroth zwei vertraute Gegenstände auf unerwartete Weise: Ein Bandoneon wird über einen Schlauch mit einem Gummiboot verbunden. Durch das Spielen des Instruments mittels Ziehen und Drücken strömt Luft ein durch das sich das Boot aufpumpt. So erzeugt der musikalische Akt erzeugt nicht nur Klang, denn das Musikinstrument wird zur Pumpe.
Die funktionale Beziehung zwischen Instrument und Boot wirkt auf den ersten Blick absurd. Doch das Bandoneon atmet dem Boot regelrecht Leben ein und lässt die schlaffe Gummihaut zu einem prall gefüllten Körper werden. Damit unterwandert Pieroth humorvoll und poetisch die Zweckgebundenheit der Dinge.
Anders als bei vielen vorgefundenen Objekte spielt bei Pieroths objets trouvés wohl kaum der Zufall eine Rolle; hier werden gezielt zwei Gegenstände zusammengebracht, die ein gegenseitiges Geben und Nehmen aufführen. Die Künstlerin verbindet deren Funktionalität und konfiguriert sie neu. So entsteht eine hybride Apparatur, die technische Präzision mit künstlerischer Zweckentfremdung verbinden. „Inflated Dinghy“ ist nicht nur ein ironischer Kommentar auf das Verhältnis von Handlung und Funktion, sondern auch eine spielerische Studie über das Potenzial des Ungewöhnlichen im Alltäglichen.