
unbekannt Prophetenscheibe aus St. Pantaleon in Lohne, um 1250
Die ehrwürdigen Propheten stammen vom Chorfenster der Pantaleonskirche im östlich von Soest gelegenen Lohne. Durch ihre Spruchbänder, die auf das Neue Testament verweisen, lässt sich der verlorene Mittelstreifen des Werkes rekonstruieren. Von unten nach oben sah man, flankiert von den Propheten, den Stammvater Jesse mit der von ihm ausgehenden Ranke, Verkündigung, Geburt Christi, Kreuzigung und den thronenden Weltenrichter. Das Thema der Wurzel Jesse, hier erweitert um Heilsszenen, war wegen seiner Anschaulichkeit in der Glasmalerei besonders beliebt. Das Lohner Fenster zeichnet sich durch die meisterhafte Gestaltung der Figuren, die prächtige Ornamentik und seine ausgewogene, kräftige Farbigkeit aus. Es stellt ein herausragendes Beispiele des niedersächsisch-westfälischen "Zackenstils" dar, der sich u. a. auch in der Soester Wandmalerei wiederfindete. PM Literatur: Ulf-Dietrich Korn: Die Prophetenscheiben aus Lohne bei Soest, in: Petra Marx (Hrsg.), Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde. Neue Forschungen zur Alten Kunst, Bd. 85/86, Münster 2007/2008 bzw. 2010, S. 47-67. Ulf-Dietrich-Korn: Mittelalterliche Glasmalerei in und um Soest, in: Wilfried Ehbrecht u.a. (Hrsg.), Soest. Geschichte der Stadt. Der Weg ins städtische Mittelalter. Topographie, Herrschaft, Gesellschaft, Soest 2010, S. 937-941.
Petra Marx
Maße
Höhe 70.7 cm Breite 49.1 cm Rahmen Höhe 73.1 cm Rahmen Breite 51.5 cm
Material
Glas, Schwarzlot, Blei Inventarnummer
L-4 LM Standort
Raum 1.04 



