Die Begegnung von Jakob und Rahel, 1652
Die „Begegnung von Jakob und Rahel“ gehört zu den wenigen biblischen Historien im Œuvre von Wolfgang Heimbach. Nach der Erzählung in Genesis 29,9–30 begegnet Jakob Rahel, der Tochter seines Onkels Laban, an einem Brunnen, wo sie ihre Schafe tränkt und verliebt sich in sie. Heimbach verzichtet bei seiner Darstellung auf das wichtige Element des Brunnens und gestaltet das Zusammentreffen der beiden Liebenden als von Gott gewollte Fügung, indem er den Engel in die Szene integriert: Dieser macht aus der Höhe heranfliegend den Willen Gottes bekannt und ist damit der eigentlich Agierende der Szene. Demzufolge hat sich Jakob mit ergebener Geste niedergekniet und den Blick auf die himmlische Erscheinung des Engels gerichtet, während Rahel mit der Hand vor der Brust die Augen niedergeschlagen hat.
Das Gemälde ist seiner Bezeichnung „Oldenb. CHWB fec. 1652“ zufolge im Jahr 1652 in Oldenburg entstanden. In diesem Jahr war Heimbach für sechs Monate als Hofmaler des Grafen Anton Günther (1583–1676) tätig.