



Prunkhumpen mit dem Urteil des Salomons (sog. Wendt'scher Becher), um 1630 (Elfenbein), um 1660/1680 (Silbermontierung)
HINSEHEN & DRANBLEIBEN
Das 17. Jahrhundert war eine Hochphase der europäischen Elfenbeinschnitzerei. Über weitreichende Handelsnetzwerke gelangte Elfenbein nach Europa, die eng mit den frühen Verbindungen dieser Zeit verknüpft waren.
Das Material steht für filigranes Kunsthandwerk. Die Stoßzähne selbst und daraus gefertigte Gegenstände waren Objekte der Begierde, Geschenk, Handelsware und nicht selten auch Raubgut. Die Tiere, meist Elefanten, hat dieses Begehren zur bedrohten Art gemacht, da die Gewinnung untrennbar mit der Qual und Tötung der Elefanten verbunden ist.
Der Prunkhumpen verweist damit nicht nur auf handwerkliches Können, sondern auch auf historische Formen des kolonialen Konsums, die aus heutiger Perspektive hinterfragt werden können.







