



Münster Domkapitel Medaille auf die Sedisvakanz im Fürstbistum Münster 1719, 1719
Als der münsterische Fürstbischof Clemens August von Bayern (1719–1761) am 9. Mai 1724 höchstselbst den ersten Spatenstich zum Max-Clemens-Kanal bei Kinderhaus tätigte, war das ein großes Event. Unter den Ehrengästen war auch der Oberst der münsterischen Artillerie, zudem Chronist, Architekt und nicht zuletzt Münzensammler Lambert Friedrich Corfey (1668–1733). Er übergab dem Landesherrn den Entwurf für die Rückseite einer Medaille eben auf den ersten Spatenstich, die dann bei Georg Wilhelm Vestner (1677–1740) in Nürnberg geprägt wurde.
Das wichtigste und repräsentativste Einzelbauwerk des Kanals war die Steinerne Schleuse am Blomberg zwischen Greven und Nordwalde. Am 29. Oktober 1726 wurde der Grundstein gelegt und in diesen ein Kästchen, in dem man vier Gepräge verschloss: ein goldener halber Max d’or 1720 für Clemens August als Fürstbischof von Paderborn; eine Medaille auf die Sedisvakanz im Fürstbistum Münster 1719; eine Medaille auf die Wahl Clemens Augusts zum Fürstbischof von Hildesheim im Februar 1724; und als jüngstes die Kanal-Medaille.
Was 1726 in den Grundstein gelegt wurde, weiß man durch Corfey – über dessen Hebung gibt es dann Akten. 1840 wurde die Schließung des Kanals endgültig beschlossen, im April 1853 wurde auch die Steinerne Schleuse zum Abbruch verkauft. Und wohl im März 1856 stieß man auf den Grundstein: Der Münsteraner Altertumsverein wollte die Gepräge wegen des „Werths für die Landesgeschichte“ für seine Sammlung haben, die Königlichen Museen in Berlin ebenfalls. Die Direktoren einigten sich Anfang 1857 auf den Tausch von Dubletten, und so blieben die vier Stücke in Münster.
- Gefunden 1856 im Grundstein der Steinernen Schleuse des Max-Clemens-Kanals am Blomberg zwischen Greven und Nordwalde, gelegt am 29. Oktober 1726
- Geschenkt 1857 von der Königlich Preußischen Regierung in Münster



