Hausaltärchen mit gestickter "Verklärung Christi auf dem Berge Tabor" und gemalten Flügelbildern mit dem "Hl. Paulus und dem Stifter Heinrich Plönies" und "Hl. Mauritius mit dem Stifter Johann Friedrich Plönies", um 1520/1540 (Stickerei), 1639 (Malerei)
Der kleine, tragbare Hausaltar setzt sich aus mehreren, zu unterschiedlichen Zeiten entstandenen Teilen zusammen. So ist der hölzerne Schrein mit seinen beiden aufklappbaren Flügeln um 1639 vermutlich in Münster geschaffen worden. Die Bemalung der Außenflächen ist mit tiefgrünen Feldern und rotbraunen Rahmen sehr schlicht gehalten, wohingegen das Innere des Schreins viel reicher gestaltet wurde: Das zentrale Element bildet ein mit Leinen bespannter Rahmen, dessen Stickerei aus Gold und Seide die Verklärung Christi zeigt. Dieses textile Werk dürfte rund hundert Jahre älter sein als das hölzerne Gehäuse und wird auf die Zeit um 1520/40 datiert. Die Eigenschaften der verwendeten Materialien eignen sich im besonderen Maße, den Inhalt der Darstellung zum Ausdruck zu bringen: Drei Evangelien der Bibel, Lk. 9, 28-36; Mk 9, 2-9; Mt 17, 1-8, berichten davon, dass sich Christus mit seinen Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg begab, um zu beten. Während des Gebets wurde sein Gesicht und seine ganze Gestalt durch weißes Licht hell erleuchtet, woraufhin die beiden Propheten des Alten Testaments Moses und Elijas erschienen. Die hellen seidenen und goldenen Fäden der Stickerei setzen die geschilderte Lichterscheinung sehr schön in Szene. Auf den Innenseiten der beiden Flügel verewigte der unbekannte Maler die beiden Stifter des Altars. Links ist Heinrich Plönis, Kanonikus am Münsteraner Dom, mit dem heiligen Paulus kniend und betend dargestellt, rechts ist Johann Friedrich Plönis zu sehen, ein Stiftsherr der Kirche St. Mauritz und hinter ihm stehend der heilige Mauritius.
- 1915 erworben