
Gérard Deschamps A laver en famille, 1962
Lumpen finden in den Werken von Gérards Deschamps vielfältige und vielschichtige Verwendung. Ausgehend von der abstrakten Malerei begann Deschamps in den frühen 1960er Jahren, sich intensiv mit Materialien auseinanderzusetzen, die aus dem Alltag stammen. Typisch für seinen Umgang mit Stoffen sind zufällige Falten, maschinell erzeugte Plisseefalten und Drapierungen. Sie verweisen nicht nur auf die Textur, sondern entfalten auch eine eigene ästhetische Sprache.
Die beiden Werke rücken alltägliche, aus privaten Lebensbereichen entnommene Textilien in den Vordergrund. Die Unterwäsche verweist auf die intime Nähe zum menschlichen Körper, die wie Haushaltstücher aussehenden Stoffe erinnern an den persönlichen Gebrauch im häuslichen Umfeld. Die Spuren der Abnutzung verleihen den Werken eine eigentümliche Emotionalität und Körperlichkeit.
Diese, uns vertraut wirkenden Materialien, werden von Deschamps verfremdet, neu zusammengesetzt und in eine künstlerische Form gebracht. Durch die mehrfachen Schichtungen, schafft er ein Wiedererkennen der Stoffe bei gleichzeitiger Unübersichtlichkeit.
Deschamps, Gérard: Imprimés et Plissages: 1956-1965 [Ausst.-Kat. Galerie Gilles Peyroulet Paris 1991], Paris 1991.
Fath, Manfred et al.: Les Nouveaux Réalistes 1960 [Ausst.-Kat. Kunsthalle Mannheim
und Kunstmuseum Winterthur 1987], Mannheim 1997.
Huitorel, Jean-Marc: Deschamps - Nouveau réalisme: Nouveau réaliste, Rumphorst 2017.
Stiftung Sammlung Cremer



