
Yves Klein Monochrome bleu, 1957
Die strahlende Farbe des »International Klein Blau (IKB)« gehört zu den unverkennbaren Markenzeichen des französischen Künstlers. Trotz seines sehr kurzen Lebens – der 1928 in Nizza geborene Klein starb bereits im Alter von 34 Jahren an einem Herzinfarkt – hinterließ er ein Werk, das sich bis heute durch seine beispiellose Erweiterung des Kunstbegriffs auszeichnet. Sein erstes Kunstwerk war bereits wegweisend für sein späteres Werk: Der Legende nach schuf Klein es im Alter von 18 Jahren, während er am Strand von Nizza lag. Sein »erstes unendliches und immaterielles Gemälde« entstand, indem er im Geiste den strahlend blauen Himmel signierte und so sein erstes und zugleich größtes Monochrom schuf. Ab 1955 folgten dann kleinere Monochromien, monochrome Bilder, für die er neben Gold und Rosa vor allem das berühmte, 1956 patentierte Ultramarinblau einsetzte. Klein ging es auch hier um Immaterialität, der Betrachter sollte sich förmlich »in das Bild hineingezogen« fühlen. Wichtig war ihm die Farbatmosphäre, die vom gerahmten Gemälde weg und in das undefinierbare Reich des freien Raums führen sollte. Diesen Ansatz verfolgte Klein auch mit seiner legendären Ausstellung 1958 in der Galerie Iris Clert in Paris. Hier zeigte er Le Vide (Die Leere). 3000 Besucher kamen zur Eröffnung der Ausstellung, in der es keine Kunstwerke zu sehen gab, sondern ausschließlich die makellos weißen, von Neonröhren beleuchteten Wände der Galerie. Klein, den seine Künstlerkollegen auch als »Seiltänzer zwischen Genie und Scharlatan« bezeichneten, hatte damit die größtmögliche Immaterialität ausgestellt. Ab 1957 entwickelte Klein Anthropometrien, Bilder, die in Performances mit blau bemalten Aktmodellen entstanden, die nach Anweisungen des Künstlers Körperabdrücke auf Leinwänden hinterließen. Dazu spielte ein Orchester die von Klein komponierte Monotone Symphonie, die aus einem 20 Minuten lang anhaltenden Akkord besteht. Später verwendete er vielfach einfarbig bemalte Schwämme in seinen Bildern, mit denen er die Wirkung der Farbe auf unregelmäßigen Oberflächen untersuchte. Oftmals fertigte er aus den in Blau getränkten Schwämmen auch organisch wirkende Skulpturen, die er als Kosmogonien den Witterungseinflüssen von Regen, Wind und Sonne aussetzte. MB Literatur: Graulich, Gerhard: Yves Klein, Monochrome bleu, 1957. In: Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster (Hg.): Das Kunstwerk des Monats. Februar 1990. Münster 1990. Vissault, Maїte: .cremers.haufen. .alltag .prozesse .handlungen: kunst der 60er jahre und heute. Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster 2004 Franz, Erich: Yves Klein. Monochrome bleu. IKB 216, 1957. Münster, Berlin 2004
Einblicke – Ausblicke. Spitzenwerke im neuen LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, hrsg. v. Hermann Arnhold, im Auftrag des Landschaftverband Westfalen-Lippe, Wienand Verlag, Köln 2014
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Erworben mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Kunststiftung NRW und des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
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- o. J.–2004 Siegfried Cremer
- 2004 erworben mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Kunststiftung NRW und des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
Maße
Höhe 40.3 cm Breite 60 cm Tiefe 3.5 cm
Material
Kunstharzfarbe, Nessel, Hartfaserplatte, Plexiglas Inventarnummer
1944 LM Standort
Raum 2.16 


