Brustbild Philipp Melanchthon (1497–1560), o.J. (um 1705/1707)
Das Medaillon mit dem Porträt Melanchthons ist in eine antikisierende Bogenarchitektur mit Akanthusranken platziert. Das Wirken des Humanisten, Gelehrten und Lehrer wird durch das Bücherregal im Hintergrund sowie die Feder und den Mantel, vermutlich eine verzierte Schaube, im Vordergrund angedeutet. Auf den Ruhm, den er damit erlangt hat, deutet der Lorbeerkranz hin. Das Blatt trägt unten rechts die Nummerierung „63“: Es stammt aus dem um 1705/1707 bei Pieter van der Aa in Leiden erschienenen Buch „Principum et illustrium quorundam virorum qui in Europa alibique terrarum quâ fama, quâ eruditione velebres fuerunt, Verae Imagines“ (Wahre Bildnisse von Fürsten und bekannten Männern, die in Europa und anderen Ländern durch Ruhm oder Bildung berühmt waren). Unter den 97 Blatt, die neben 45 Fürsten (von Julius Caesar über Karl den Großen bis Zar Peter den Großen) vor allem Theologen, Entdecker und Gelehrte wie Martin Luther und Philipp Melanchthon, Amerigo Vespucci, Fernando de Magallanes und Johann Gutenberg umfasste. Sogar zwei Blätter galten dem größten Humanisten der Niederlande, Erasmus von Rotterdam (um 1465/69–1536), ein Bildnis nach Holbein und dieses Bild seines Denkmals in Rotterdam. Julia Fesca Literatur: Kuhn, Andreas / Stüber, Gabriele: Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten, Heidelberg/Basel 2016, S. 55. Weigl, Maria Lucia: Verschlüsselte Botschaften. Reformatoren im Bildnis. Bretten 2016, S. 26, S. 27, 36. Someren, Johan Frederik van : Beschrijvende Catalogus van gegraveerde Portretten van Nederlanders, 3 Bde., Amsterdam 1888-1891, Bd. 1 (1888) S. 15-16 Nr. 3, Blatt 63.
Julia Fesca
Porträtarchiv Diepenbroick
Maße
35.8 22.7 28.9 17.6
Material
Inventarnummer
C-601271 PAD Standort
Nicht ausgestellt Kunstwerk des Monats
https://www.deutsche-biographie.de/sfz61348.html