
Ian Cralinge Ganzfigurbildnis des Philipp Melanchthon (1497–1560) in der Studierstube, um 1700 – 1720
Als Gelehrter, mit einem Talar bekleidet, steht Melanchthon in seiner Studierstube. Dieser Bildnistyp mit dem Tisch und dem aufgeschlagenen Buch folgt Bildern des heiligen Hieronymus, sodass Melanchthon wie ein Kirchenvater wirkt. Das aufgeschlagene Buch in seinen Händen steht für das vertiefte Bibelstudium sowie die lutherische Theologie, welche auf dem Wort Gottes beruht. Die Darstellung Melanchthons in ganzer Figur ist eine Nobilitierung seiner Person, da diese Bildformel in der Frühen Neuzeit zunächst den Fürsten und hohen Adeligen vorbehalten war. Sie weist auf die hohe Wertschätzung hin, die ihm als Reformator und als Autor des Augsburger Bekenntnisses (1530) entgegengebracht wurde. Das lateinisch-niederländische Gedicht von je vier Versen rühmt ihn als Lehrenden, der mit Luther gegen das Fegefeuer und die Ablasslehre der römischen Kirche kämpfte. Der Kupferstich ist eine Kopie des Stiches C-601267 PAD und bei dem Verleger Ian Cralinge erschienen. Julia Fesca Literatur: Maria Lucia Weigl: Verschlüsselte Botschaften. Reformatoren im Bildnis. Bretten 2016, S. 23, 29, 36.
Julia Fesca
Porträtarchiv Diepenbroick
Maße
Blatt Höhe 36.3 cm Blatt Breite 27.4 cm Platte Höhe 31.2 cm Platte Breite 21.3 cm
Material
Papier Inventarnummer
C-601268 PAD Standort
Nicht ausgestellt