
Pieter Schenk, der Ältere Brustbild Philipp Melanchthon (1497–1560), um 1690 – 1715
Das Brustbild Philipp Melanchthons ist in einen ovalen Rahmen eingefasst, unten die Geburtsdaten des Reformators. Auch durch die Platzierung des Buches in seinen Händen, welches über den Rahmen hinausragt, entsteht der Eindruck eines Fensters. Der Betrachter meint, Melanchthon schaue durch dieses Fenster in seine Welt, um mit ihm zu reden. Die Grenzen verwischen und es entsteht eine Verbindung zur Sphäre des Betrachters. Der Reformator selbst ist nach Cranach mit Talar und Buch in der Hand dargestellt. Die Bildunterschrift „Si deus pro nobis, quis contra nos?“ – Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? – stammt aus dem Römerbrief (Röm. 8, 31) und ist die Devise Melanchthons. Pieter Schenk (1660–1718) stammte aus Wuppertal-Elberfeld und wurde einer der bedeutendsten Schabkünstler und Bildverleger in Amsterdam. Unten gibt ein kurzes Gedicht des Dichters und Konrektors einer Lateinschule in Amsterdam David van Hoogstraten (1658–1724) eine Charakterisierung: „Siehe das bescheidene Gesicht Philipps, des durch das Lob seiner Bildung Berühmten. Beständige Frömmigkeit und Liebe haben diesen zu Recht längst für (seine) Verdienste zu den Sternen erhoben.“ Julia Fesca Literatur: Maria Lucia Weigl: Verschlüsselte Botschaften. Reformatoren im Bildnis. Bretten 2016, S. 19, S. 30, S. 34.
Julia Fesca
Porträtarchiv Diepenbroick
Maße
Blatt Höhe 25.2 cm Blatt Breite 18.8 cm Platte Höhe 24.5 cm Platte Breite 18.2 cm
Material
Papier Inventarnummer
C-601265 PAD Standort
Nicht ausgestellt 