
Johann Nepomuk Strixner Brustbild Philipp Melanchthon (1497–1560) 1532, um 1810 – 1815
Melanchthon ist im Talar als Prediger dargestellt, die Hände vor dem Körper gefaltet, und strahlt so innere Ruhe und Sicherheit aus. Seine Gelassenheit steht damit im Gegensatz zu der Entschlossenheit und Strenge des Bildnisses von Martin Luther, welches als Pendant zu diesem geschaffen wurde (Inv.-Nr. C-601128 PAD). Die Vereinigung der beiden Reformatoren in einem Bildpaar geht auf Lucas Cranach zurück. Die Reformatoren ergänzten sich auch zu Lebzeiten: während Luther von den griechischen Sprachkenntnissen Melanchthons profitierte und als Ideengeber diente, zeichnete sich Melanchthon durch die Fähigkeit aus, diese zu ordnen, zu systematisieren und politisch konsensfähig zu formulieren. Die Signatur von Lucas Cranach beglaubigt die Authentizität der Vorlage, für deren genaue Wiedergabe der Lithograf Nepomuk Strixner bürgt, der das Gemälde reproduzierte. Strixner war einer der ersten, die die damals neue Drucktechnik der Lithografie nutzten, die für hohe Auflagen besonders geeignet war. Die Vorlage war ein Gemälde der Pinakothek in München; Strixner hat sehr viele Gemälde dieser Sammlung reproduziert. Julia Fesca Literatur: Georg Kaspar Nagler: Neues Allgemeines Künstler-Lexikon (1835-1852), Bd. 20 S. 34 Nr. 13, zum Gesamtwerk S. 29-33. Wartburg-Stiftung Eisenach (Hg.): „Aller Knecht und Christi Untertan“ – Der Mensch Luther und sein Umfeld – Katalog der Ausstellungen zum 450. Todesjahr 1996, Wartburg/Eisenach 1996, S. 292.
Julia Fesca
Porträtarchiv Diepenbroick, erworben 1980
Maße
Blatt Höhe 32.2 cm Blatt Breite 25 cm
Material
Papier Inventarnummer
C-601263 PAD Standort
Nicht ausgestellt