
Josef Anton Selb Brustbild Philipp Melanchthon (1497–1560), um 1815/20
Das Bildnis zeigt Melanchthon zu Beginn seiner Karriere als Prediger im schwarzen Talar. Er ist barhäuptig, es fehlt noch das Barett, welches ihn später als Professor kennzeichnet. Und auch seine Tätigkeit als Reformator lässt sich noch nicht ablesen. Der junge Melanchthon, so lautet die Botschaft des Porträts, ist auf einem guten Weg zum Universalgelehrten. Dafür sprechen auch der wache, nach vorne gerichtete Blick und das leichte Lächeln, welches seinen Mund umspielt. Diese klare, schnörkellose und etwas biedere Darstellung entspricht dem Stil der Entstehungszeit des Blattes. Der Lithograph Josef Anton Selb (1784–1832) wirkte von 1799 bis 1832 in München als Maler, Drucker und Lithograf. Er war Schüler bei Alois Senefelder (1771–1834) und übernahm 1816 die lithographische Anstalt des Kunsthändlers Zeller. Julia Fesca Literatur: Maria Lucia Weigl: Verschlüsselte Botschaften. Reformatoren im Bildnis. Bretten 2016, S. 19, S. 26. Ulrich Thieme / Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 30. Leipzig 1936, S. 474.
Julia Fesca
Porträtarchiv Diepenbroick
Maße
Blatt Höhe 41.4 cm Blatt Breite 29.2 cm
Material
Papier Inventarnummer
C-601261 PAD Standort
Nicht ausgestellt 