Hühnerhof, 1601 – 1650
Das Gemälde „Der Hühnerhof“ gehört neben zwei weiteren im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden zu den einzigen bekannten Werken des Malers Hans III. van Coninxloo, der sich auf Tierstücke bzw. vor allem auf Darstellungen von Vögeln spezialisiert hatte.
Alle drei Werke verweisen aufgrund der Übereinstimmungen in Komposition und Anlage auf das Vorbild des Malers: die Arbeiten des niederländischen Tiermalers Gysbert Gillisz. de Hondecoeter (1604–1653). Die Tiere sind sehr prominent im Vordergrund platziert und in eine Landschaft einbezogen, die sich auf der rechten Seite in die Tiefe öffnet. Bildbestimmend ist links der prächtige Hahn vor seinem Stall, dessen Gefieder wirkungsvoll in Szene gesetzt ist und zu dem ein Huhn und viele kleine Küken gehören. Ihnen gegenüber ist rechts im Bild ein Taubenpaar positioniert, das dem Taubenschlag im Hintergrund bzw. einem großen Hof zugeordnet werden kann.
Die Haltung von Geflügel galt seit alters her als Zeichen eines privilegierten Status, denn ein Hühnerhof gehörte in der Regel zu einem feudalen Landsitz. Das gilt auch für Tauben, deren Haltung in den Niederlanden ein selten gewährtes Privileg war: Auf diese Weise sollten die Zahl dieser Vögel und damit auch die von ihnen verursachten Schäden in der Landwirtschaft gering gehalten werden.
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