
Werner A. Wippo Inventarbuch der Münzprägestempel des Altertumsvereins Münster, 1878
Eines der vielen Inventare, die Werner A. Wippo (1821–1892), von 1862/63 bis zu seinem Tod Münzwart der Sammlung des Altertumsvereins zu Münster, erarbeitete, galt den Münzprägestempeln. Dazu gehörten auch eine Münzwalzmaschine der Stadt Warendorf, eine „einfache Walze, das Metall zu strecken“ und eine Münzwalzmaschine der Stadt Ahlen. Nur die Warendorfer, ein sogenanntes Taschenwerk von 1689/90 mit Stempeleinsätzen zu 1, 2, 3 und 4 Pfennig 1690, ist erhalten.
Die Hauptmasse des Bestands bildeten die eisernen Prägestempel, von denen mit Stichtag 1. August 1878 eine Inventarliste 260 Stück und ein paar Nachträge zählt. Wippo hat von 267 Stempeln dann Abdrücke auf Zinnfolie angefertigt, diese auf schwarze Pappe geklebt, rückseitig beschriftet und in einen wattierten Band eingeklebt. Der erste Teil umfasst 131 Stempel der münsterischen Bischöfe zwischen 1424 und 1574, dazu kommen 7 Stempel aus Osnabrück. Der zweite Teil enthält Stempel für Kupfermünzen, neben 2 Stück Domkapitel und 17 Stück Fürstbistum insbesondere 86 Stück Stadt Münster zwischen 1560 und 1758. Zuletzt folgen 2 Stempel Stadt Bocholt, 9 Stempel Stadt Dülmen und die 13 Taschenwerk-Stempel der Stadt Warendorf.
Spätestens mit den politischen Umbrüchen des frühen 19. Jahrhunderts hatten auch die Münzstätten in Westfalen ihren Betrieb eingestellt, die Stempelarchive konnten somit dem Recycling anheimgegeben werden. Und so hat der Altertumsverein auch aus dem Altmetall zahlreiche Stempel gesichert, auch nach 1878 kamen Schenkungen und Ankäufe von privat hinzu.
Kötz, Stefan: Münzprägestempel in Zinn und Watte. Ein Stempelinventar des Altertumsvereins zu Münster, in: Dethlefs, Gerd u. a. (Hg.): Seit 200 Jahren – Westfalen entdecken und erforschen. 200 Einblicke in die Sammlungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Veröffentlichungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster, Bd. 12), Münster 2025, S. 440f.