
Holger Bunk Die Gegenstände, 1994
Der Künstler Holger Bunk (*1954) zählt zu den Vertretern einer figurativen Malerei, die Ende der 1970er-Jahre aufkam – zu einer Zeit, als in Westdeutschland vor allem abstrakte und konzeptuelle Kunst den Kanon bestimmten. So treffen in Bunks monumentalem Gemälde „Die Gegenstände“ von 1994 Traum und Realität aufeinander. Vor einem schwarzen Hintergrund schweben eine Schere, eine Salzbrezel, ein stilisierter Handschuh und der Künstler selbst in einem nicht weiter definierten Bildraum. Im Kontrast zu der in Grisaille ausgeführten Malerei ist unten rechts – quasi als Bild im Bild – ein politischer Urnengang dargestellt. Bunk scheint hier das ohnmächtige Hin- und Hergeworfen-Sein des Menschen angesichts bedeutsamer Entscheidungen thematisieren zu wollen, jedoch verweigert sich die Komposition einer eindeutigen Lesart. Vielmehr obliegt es der Imagination des Betrachters, die surrealen, geradezu collagenartigen Bildelemente zu einem narrativen Ganzen zusammenzuführen. Kristin Bartels Literatur: Brinkmann, Ludger u.a. (Hg.): Kunst für Westfalen. Die Kunstsammlung der Westfälischen Provinzial Versicherungen, Münster 2000. Leismann, Burkhard (Hg.): Avantgarde aus Westfalen. Die Konrad-von-Soest-Preisträger aus der Sammlung der Provinzial [Ausst. Kat. Kunstmuseum Ahlen], Bremen 2008. Westfälische Provinzial Versicherung und LWL-Museum für Kunst und Kultur, Hermann Arnhold (Hg.): Nolde, Kippenberger, Fritsch & Co. in der Sammlung der Westfälischen Provinzial [Ausst. Kat.], Bielefeld 2017.
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Kunstsammlung der Provinzial Versicherung AG, Direktion Münster
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