Alters-Brustbild Martin Luther (1483-1546), um 1820/30
Das Bildnis kopiert die klassische Altersdarstellung des Reformators nach Cranach mit dem Buch im Arm. Die entschlossenen Gesichtszüge, der erhobene Blick und die ihn umgebende Aufhellung des dunklen Hintergrundes verkörpern die Lichtgestalt der Reformation. In der Sicht des frühen 19. Jahrhunderts war Luther die Religionsfreiheit des Volkes zu verdanken; Goethe würdigte ihn in einem Gespräch mit Eckermann am 17. Februar 1832: "Wir wissen gar nicht, was wir Luther und der Reformation im Allgemeinen alles zu danken haben. Wir sind frei geworden von den Fesseln geistiger Borniertheit und fähig ..., zur Quelle zurückzukehren und das Christentum in seiner Reinheit zu fassen." Tabea Sethmann/GD Literatur: Seib, Gerhard [u.a.]: Luther im Porträt. Druckgrafik 1550-1900. Bad Oeynhausen 1983. S. 9-18, hier S. 16 (Zitat); vgl. S. 65 Nr. 64-65.
Tabea Sethmann / Gerd Dethlefs
Porträtarchiv Diepenbroick