Hüftbildnis Martin Luther (1483-1546), o.J. (um 1750/80)
Ein klassisches Bildnis des Reformators im Talar mit einem Buch, den Kopf etwas erhoben und nachdenklich den Betrachter befragend, erscheint Luther hier als vorbildhafter Seelsorger. Die lateinische Unterschrift lobt ihn als scharfsinnigen Reiniger der kirchlichen Lehre, sorgfältigen Deuter der Heiligen Schrift, tüchtigen Redner, geschickten Dichter und erfahrenen Musiker, einen vortrefflichen, mit höchsten Geist begabten Mann – eben leuchtendes Vorbild eines evangelischen Pfarrers. Die ihn umgebende Aura stilisiert ihn zu einem evangelischen "Heiligen" – das alles machte das Blatt zum idealen Wandschmuck, nicht nur in Pfarrershaushalten. GD Literatur: Kuhn, Andreas / Stüber, Gabriele: Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten. Ubstadt-Weiher u.a. 2016. S. 34-35. Geck, Albrecht: Von Cranach zur BILD-Zeitung – 500 Jahre Wandlung des Lutherbildnisses als Spiegel der Kirchen- und Kulturgeschichte. In: Doerk, Elisabeth (Hg.): Reformatio in Nummis. Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen. Eisenach 2014. S. 86-87.
Gerd Dethlefs
Porträtarchiv Diepenbroick