
Monogrammist M K (1718) Frontispiz und Titelblatt zum Marburger Gesangbuch, um 1810/20
Das Frontispiz des Marburger Gesangbuches zeigt Luther, den Betrachter segnend, in seiner Studierstube - das klassische Bildnis, das den Reformator als evangelischen Gelehrten und "Kirchenvater" charakterisiert. Vor dem Tisch - direkt hinter Luther - steht ein Schwan, ein häufiges Symbol für Luther: Jan Hus, der Reformator vor Luther, soll vor seiner Verbrennung als Ketzer beim Konstanzer Konzil gesagt haben, nun werde eine Gans gebraten (tschechisch hus = Gans), es werde aber ein Schwan wiederkehren, dessen Gesang sich nicht unterdrücken ließe. Das Titelblatt des Marburger Gesangbuches zieren Engel im Himmel und darunter die Ansicht der Stadt Marburg, wo die hessische calvinistische Landesuniversität war. Seit dem Reformationsjubiläum 1617 hatten auch die reformierten Theologen ein positives Verhältnis zum Vater der Reformation. Im Text unter dem Titel wird Luther namentlich genannt und somit hervorgehoben. Tabea Sethmann Literatur: Kuhn, Andreas u. Gabriele Stüber: Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten. Ubstadt-Weiher / Heidelberg 2016. S. 28-29. Geck, Albrecht: Von Cranach zur BILD-Zeitung – 500 Jahre Wandlung des Lutherbildnisses als Spiegel der Kirchen- und Kulturgeschichte in: Doerk, Elisabeth (Hg.): Reformatio in Nummis. Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen. Eisenach 2014. S. 86-87. Wex, Reinhold: Luthers und anderer Konterfei [Ausst.Kat.]. Braunschweig 1996. S. 54 (Bildnistyp). Seib, Gerhard [u.a.]: Luther im Porträt. Druckgrafik 1550-1900. Bad Oeynhausen 1983. S. 15.
Tabea Sethmann
Porträtarchiv Diepenbroick
Maße
Blatt Höhe 14 cm Blatt Breite 16.6 cm
Material
Papier Inventarnummer
C-601149 PAD Standort
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