
Daniel Hopfer (1) Profilbildnis Martin Luther (1483-1546) mit Doktorhut, 1523
Diese Eisenradierung von Daniel Hopfer, nach einer Vorlage von Lucas Cranach, charakterisiert den Reformator Martin Luther mit Doktorhut als Gelehrten. Die Darstellung im Profil war vorher nur bei Mitgliedern exklusiven, oft fürstlichen Standes üblich, da sie maximale Distanz zum Betrachter schafft. Durch die Strahlenglorie um den Kopf wird Luther zu einem Heiligen stilisiert. Auch der visionäre, in die Ferne gerichtete Blick und die entspannte Mundpartie lassen den Gelehrten entrückt wirken, während die ausgeprägte Stirnwulst Kampfbereitschaft ausdrückt und als Zeichen eines heroischen Tatmenschen gilt, zumal auch Löwen eine solche Wulst über der Augenpartie haben. Die zweizeilige deutsche Inschrift unten ("Des lutters gestalt mag wol verderbenn / Sein cristlich gemiet wirt nymer sterben") besagt, dass der Name Luthers ewig in Erinnerung bleiben wird, auch nach dessen Tod. Tabea Sethmann Literatur: Wex, Reinhold: Luthers und anderer Konterfei [Ausst.Kat.]. Baunschweig 1996, S. 13-14 Nr. 5-6. Geck, Albrecht: Von Cranach zur BILD-Zeitung – 500 Jahre Wandlung des Lutherbildnisses als Spiegel der Kirchen- und Kulturgeschichte in: Doerk, Elisabeth (Hg.): Reformatio in Nummis. Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen [Ausst.Kat.]. Eisenach 2014, S. 80. Kuhn, Andreas u. Gabriele Stüber: Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten. Ubstadt-Weiher / Heidelberg 2016, S. 14-15.
Tabea Sethmann
Porträtarchiv Diepenbroick
Maße
Blatt Höhe 23.1 cm Blatt Breite 15.6 cm
Material
Papier Inventarnummer
C-601121 PAD Standort
Nicht ausgestellt 


