
Michael Kauffer Ganzfigurbildnis Martin Luther (1483-1546) in seiner Studierstube, um 1730
Der Reformator Martin Luther ist nach Cranach als Geistlicher mit Talar und weißem Stehkragen in seiner Studierstube mit einem Buch, der "Augspurgisch Confesion" in den Händen abgebildet. Die Tradition des Gelehrtenbildnisses in der Studierstube verbindet sich mit der ganzfigurigen Darstellung des Epitaphs in Jena. Die Darstellung seines Gesichts, mit hellen Haaren und weniger kantigen Gesichtszügen, ist allerdings etwas verzeichnet. Neben Luther steht links eine geschlossene Bibel, und rechts liegen auf der Fensterbank und seinem Schreibpult mehrere theologische Werke, die Titel wie z.B. "gegen den Ablaß" tragen. Vor dem Pult steht ein Schwan, auf den sich das sechszeilige Gedicht unter dem Porträt bezieht. Dieser Schwan wird hier als Lobsinger von "Gottes Ruhm" betitelt. Der Schwan kann als Symbol für Luther gedeutet werden, aufgrund einer Aussage des 1415 auf dem Konstanzer Konzil als Ketzer verbrannten Jan Hus, in ihm habe man eine Gans gebraten (tschechisch hus = Gans), ihm werde aber ein Schwan folgen, dessen Gesang die Kirche dulden müsse - Luther sah sich als Erfüllung der Prophezeiung. Das Porträt ist gerahmt von einer Kurzbiografie Luthers. Das Blatt kopiert einen vielverbreiteten Bildtyp und entstand 1730 zur Zweihundertjahrfeier der Übergabe der Augsburger Konfession. Tabea Sethmann / GD Literatur: Angelika Marsch: Bilder zur Augsburger Konfession und ihre Jubiläen, Weißenhorn 1980, S. 103. Gerhard Seib [u.a.]: Luther im Porträt. Druckgrafik 1500-1900, Bad Oeynhausen 1983, S. 15, 43-44. Reinhold Wex: Luthers und anderer Konterfei [Ausst.Kat. Herzog Anton Ulrich-Museum], Braunschweig 1996, S. 54 Nr. 44 (zum Bildnistyp und zur Vorlage).
Tabea Sethmann & Gerd Dethlefs
Porträtarchiv Diepenbroick
Maße
Blatt Höhe 30.3 cm Blatt Breite 36.8 cm
Material
Papier Inventarnummer
C-601115 PAD Standort
Nicht ausgestellt 


