
Lotte Benter Weihnachten in den Dolomiten, 1915
Die Szene auf der Vorderseite gibt einen berührenden Eindruck davon, wie die Soldaten im Ersten Weltkrieg versuchten, heimisch-heimelige Normalität auch an der Front zu schaffen. Sie zeigt drei in Mäntel gehüllte Soldaten – stehend zwei Österreicher mit Feldmützen, kniend ein Deutscher mit Pickelhaube – andächtig im Tannenwald um einen kleinen Weihnachtsbaum versammelt, beschäftigt mit dem Anzünden der Kerzen. Die Rückseite erläutert: STILLE NACHT HEILIGE NACHT DOLOMITEN 1915 steht unter zwei mit drei Kerzen geschmückten Tannenzweigen und einem Eisernen Kreuz, unten liegt ein weiterer, kurzer Tannenzweig. Im sogenannten Gebirgskrieg von Mai 1915 bis November 1918 standen sich Österreich-Ungarn und Italien in den südlichen Ostalpen gegenüber, Deutschland leistete Bündnistreue mit einem eigenen Alpenkorps. In dem langwierigen Stellungskrieg in schwierigstem Terrain vor allem auch in den Dolomiten gab es genügend Gelegenheit zur Feier der ersten dortigen Kriegsweihnacht. Der ursprüngliche Medaillenentwurf trug übrigens statt DOLOMITEN die Aufschrift VOGESEN und hätte sich damit auf die zweite Kriegsweihnacht an der Westfront bezogen.
- 1915 erworben von der Gesellschaft „Freunde der Deutschen Schaumünze“, Berlin



