
Karl Goetz Sanitätshunde – Im Dienste des Weltkrieges, 1916
Dominant hat der Medailleur das Brustbild eines Deutschen Schäferhunds im Profil auf die Vorderseite seiner Arbeit gesetzt. Die Physiognomie ist naturgetreu gestaltet, der Hund blickt ruhig und konzentriert, die Ohren sind gespitzt; um den Hals trägt er ein Band mit Anhänger, auf beiden steht das rote Sanitätskreuz. Hunde waren – wie nie zuvor und nie mehr danach – unverzichtbarer Bestandteil der Truppen aller kriegführenden Mächte im Ersten Weltkrieg. Neben anderen Tieren, vor allem Pferden und Brieftauben, die millionenfach auch Opfer des Krieges waren, dienten sie als Wach-, Transport-, Warn- und Meldetiere. Auf ein weiteres Einsatzgebiet, den Sanitätsdienst, verweist sowohl die Umschrift der Vorderseite, „IM DIENSTE DES WELTKRIEGES 1914“, als auch die kleine Schrifttafel auf der Rückseite, „ERSTMALIGE VERWENDVNG DER SANITÄTSHVNDE“. Die Szene zeigt in einer von Granaten stark zerfurchten Landschaft mit Schützengraben zwei Sanitätssoldaten, die einen Kameraden, dessen Kopf verbunden ist, schwer auf den Händen tragen. Der Hund, der den Verwundeten aufgespürt hat, verfolgt nun aufgeregt mit wedelndem Schweif, hechelnder Zunge und erhobener Pfote das Geschehen.
Kienast, Gunter W.: The Medals of Karl Goetz, Bd. 1, Lincoln 1967, Nr. 147.
Bannicke, Elke / Kluge, Bernd / Weisser, Bernhard: Gold gab ich für Eisen. Der Erste Weltkrieg im Medium der Medaille [Ausst.-Kat. Bode-Museum, Berlin 2014/15], Berlin 2014, Nr. A 54.
Kötz, Stefan: Kat.-Nr. 120, in: LWL-Museum für Kunst und Kultur (Hg.): Propaganda trifft Grabenkrieg. Plakatkunst um 1915 [Ausst.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, 2015/16], Köln 2015, S. 120.
- 1918 erworben vom Künstler, München



