
Paul Sturm Kaiserin Auguste Victoria – Barmherzigkeit, 1914
Links vor dem gekrönten Brustbild der Kaiserin Auguste Victoria (1858–1921), die mit einer Perlenkette und Ohrringen sowie einer Schärpe mit dem Bruststern des Schwarzen Adlerordens, des höchsten preußischen Ordens, geschmückt ist, steht ein sogenanntes Steckkreuz. Dieses bildete die Erste Klasse der preußischen Rote-Kreuz-Medaille, ein rot emailliertes Kreuz mit vergoldeten Kronen an den jeweiligen Enden. 1898 hatte die Kaiserin ihren Mann diese Medaille in drei Klassen stiften lassen, um alle zu ehren, die sich auf freiwilliger Basis in Friedens- und speziell Kriegszeiten, hier des Ersten Weltkriegs, um die Krankenpflege verdient gemacht hatten. Die Kaiserin war Protektorin der Rote-Kreuz-Vereine, die sich in den 1860er-Jahren in den deutschen Ländern gegründet und 1869 zu einem Dachverband zusammengeschlossen hatten. Die Rückseitendarstellung nimmt unter dem Motto „BARMHERZ[I]GKEIT 1914“ darauf Bezug: Ein in der Mitte stehender Verwundeter, barhäuptig, mit nacktem Oberkörper und in Uniformhose, wird von einem Sanitäter, wahrscheinlich einem Sanitätssoldaten, am rechten Arm verbunden; eine Krankenschwester mit langem Kittel und Haube stützt seinen linken Arm.
Bannicke, Elke / Kluge, Bernd / Weisser, Bernhard: Gold gab ich für Eisen. Der Erste Weltkrieg im Medium der Medaille [Ausst.-Kat. Bode-Museum, Berlin 2014/15], Berlin 2014, Nr. A 106.
Kötz, Stefan: Kat.-Nr. 119, in: LWL-Museum für Kunst und Kultur (Hg.): Propaganda trifft Grabenkrieg. Plakatkunst um 1915 [Ausst.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, 2015/16], Köln 2015, S. 119.
- 1914 erworben, Erwerbungsumstände unklar



