
Ulrich Erben Positionen, 1986
Auf dem rot-orangenen Bild, auf dem stellenweise die weiße Leinwand durchscheint, befinden sich sechs Farbflächen in kühlem Gelb, Dunkelblau, Rot-Orange, Türkis, Hellblau und Orange. Hierfür ließ sich Ulrich Erben vor allem von Landschaftseindrücken zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten inspirieren. Dabei ging es ihm nicht darum, das Vorhandene nachzuahmen, sondern um die abstrakte Erfahrbarkeit des Raums. Wie in der Natur sind für Erben die Felder immaterielle Grundrisse: Landschaften, in denen jedes Feld, jede Fernsicht eine eigene Farbe und eine eigene Atmosphäre hat. In ihrer Gesetzmäßigkeit gleichen sie dem Erdboden in der Natur, welcher als Landschaft erlebt wird. Auch das Licht spielt eine dominante Rolle im Bild, weshalb Erben seine Kompositionen „Lichtbilder“ nennt. Während des Malprozesses bringt er reine, ungemischte Farben auf die Leinwand und baut dabei auf sinnliche Vielfalt sowie darauf, harmonische Kontraste und Bildräume zu schaffen. Wegen der unterschiedlichen Pinselführung sind die Farbschichten der nebeneinander geordneten Pinselstriche sichtbar. Bedingt durch diesen Farbauftrag scheint der Malprozess spontan zu sein, basiert aber in Wirklichkeit auf präzisen Konzepten und wurde vom Künstler detailliert vorbereitet.
Ullrich, Ferdinand (Hg.): Ulrich Erben, Malerei [Ausst.-Kat. Barmenia Versicherungen, Wuppertal 2011/2012], Bönen 2011.
Franz, Erich: Die Gegenwart der Farbe. Eine Ausstellung mit Werken von Donald Alberti, Markus Baldegger, Ulrich Erben, Johannes Geccelli, Raimer Joachims, George Lawson, Phil Sims [Ausst.-Kat. Kunsthalle Bielefeld 1986], Bielefeld 1986.

