unbekannt Schatzfund und Gefäß (fälschlich zugeschrieben) von Paderborn-Busdorfschule, nach 367/75 n. Chr. – 68 römische Münzen, meist Aes-Nominale des 3./4. Jhs. – Henkelkrug, 14. Jh., nach 367/75 n. Chr.
Es ist nicht ganz sicher, ob es sich bei den 1941 an den Paderborner Altertumsverein übergebenen römischen Münzen aus dem Nachlass eines Paderborner Lehrers tatsächlich um den 1890 beim Bau der Busdorfschule entdeckten Schatzfund handelt. Seit dem Zweiten Weltkrieg war der Fund dann ein weiteres Mal verschollen, 1970 kam er endgültig in die Sammlung. Die unsichere Überlieferung und das Fehlen jeglicher weiteren Informationen beeinträchtigt den Quellenwert erheblich. Dennoch handelt es sich bis dato um den einzigen römischen Münzschatz aus Paderborn.
Enthalten sind 66 mittlere und kleine Bronzenominale sowie ein silberner Denar. Dieser, von Kaiser Commodus (reg. 180–192), geprägt 181/82 in Rom, ist zugleich die älteste Münze. Die Bronzemünzen sind nicht mehr alle bestimmbar, sie gehören aber dem 3. und schwerpunktmäßig der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts an. Es war auch hier, weitab der Grenzen der römischen Provinz, das übliche Kleingeld für den täglichen Bedarf. Die jüngste Münze von Kaiser Valentinian I. (reg. 364–375), geprägt zwischen 367 und 375 in Siscia/Sisak in Kroatien, gibt den frühestmöglichen Verbergungs- oder Verlustzeitpunkt an.
Das Gefäß, ein bauchiger Henkelkrug wohl des 14. Jahrhunderts, ist irgendwann mit diesem Fund in Verbindung gebracht worden. Vielleicht befanden sich die Münzen ursprünglich in einer Börse aus organischem Material, vielleicht in einem Keramikgefäß. Je nachdem könnte der Komplex – der sicherlich kaum vollständig überliefert ist – als Verlust- oder Verwahrfund angesprochen werden.
Brehm, Oliver: Das Ersparte im Verborgenen. Ein römischer Münzhort aus Paderborn, in: Dethlefs, Gerd u. a. (Hg.): Seit 200 Jahren – Westfalen entdecken und erforschen. 200 Einblicke in die Sammlungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Veröffentlichungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster, Bd. 12), Münster 2025, S. 80f.



