József Divéky
Biografie
Vita-Zeile: Divéky, József (Josef von), ungar. Graphiker, Zeichner, Illustrator, *28.9.1887 Farmos, +9.(10?)9.1951 (begr. 11.9.) Sopron. Vater der Metallbildhauerin Helene von D. (*26.3.1912 Zürich; Stud. ebd. und in Wien, dort um 1941 ansässig). D. lebt ab 1892 in Wien. Stud. ebd.: ein Jahr Malschule Strehblow; 1905-07 ABK bei Alois Delug; danach KGS bei Carl Otto Czeschka, Rudolf von Larisch, Berthold Löffler. Nach Abschluß Mitgl. der Wiener Werkstätte, später Mitarb. der graph. Kunstanstalt der Brüder Rosenbaum (Ill. zu E.T.A. Hoffmann, Klein Zaches, W. 1911, Luxus-Ausg. von der Wiener Werkstätte gebunden). Entwirft Ansichts-, Geschäfts-, Menü- und Gratulationskarten, Exlibris, Vignetten, Zierleisten und Plakate; arbeitet für Ztgn (u.a. Meggendorfer Blätter, 1910; Die Muskete; Figaro; Der Ruf, 1912). Lebt 1911-12 in Zürich, angestellt bei J.E.Wolfensberger, Aneignung der Lith., Ill. für die Fa. Orell & Füssli. Folgt 1912 einer Einladung nach Brüssel, dort künstler. Chef der graph. Abt. von La maison des arts décoratifs. Beschäftigt sich mit Rad. (Totentanz-Zyklus, 1913), großformatigen Linolschnitten und Hinterglasmalerei; zeichnet Entwürfe für ein Marionettentheater. Ill. Bücher für den Berliner Verlag Morawe & Scheffelt (H.Heine, Der Doktor Faust, 1912; Des Freiherrn von Münchhausen Reisen und Abenteuer zu Wasser und zu Lande, 1913; Voltaire, Candide, 1920). 1914 Gold-Med. für Exlibris auf der Internat. Graph. Ausst. in Leipzig. 1914 Frontdienst, nach Verwundung als Kriegskünstler tätig; führt auch Aufträge für die Druckereien und Verlage Kner in Gyoma und Tevan in Békéscsaba aus. Die buchkünstler. Arbeiten (Umschläge, Ill.) für diese anspruchsvollen ungar. Buchdruckereien bedeuten einen Höhepunkt in D.s Schaffen: Lúdas Matyi, 1917; Egy falusi nótárius budai utazása, 1918, beides bei Tevan; B.Balázs, Lélek a háborúban, 1916; G.Byron/D.Kosztolányi, Mazeppa; B.Balázs (Ed.), Kísértethistóriák; A.Bálint (Ed.), Éjfél, alles 1917, bei Kner; M.Csokonai Vitéz, Lilla, bei Amicus-Tevan, 1920. Lebt 1918-41 in der Schweiz (Betlis), arbeitet als freier Graphiker, Illustrator (E.Eschmann, Die Quelle, um 1922) und Plakatgestalter. 1933 Gold-Med. der Trienn. in Mailand. 1941 Rückkehr nach Ungarn (Berufung zum Prof. an der KGS, lehrt dort ab 1942); gebrauchsgraph. Arbeit; Ill. zur komischen Dichtung Dorottya von M.Csokonai Vitéz (Bp., Hungária, 1943) und zwei großformatige Farb-Hschn. zum Gedicht Intés az oerzoekhöz von E.Ady (Bp. 1943). 1944 nach einer Trombose Übersiedlung zu seiner Mutter nach Sopron. - D. gehört zu den wenigen ungar. Künstlern, die vom Symbolismus tief beeinflußt sind. Deshalb übernimmt er gern Ill.-Aufgaben; auch in seinen freien Bll. übermittelt er lit., symbolhafte Gehalte. Seine Rad. und Zchngn sind bei aller Virtuosität und feinem Linienspiel eher hart, behalten eine gewisse Sachlichkeit und Rustikalität, die oft in Widerspruch zur Mystik des Inhalts steht. Er bevorzugt eine reiche, manchmal sogar überladene Komp., wobei seine Werke offensichtl. den Einfluß der japan. Druckgraphik aufweisen, sowohl in der flächigen Dekorativität als auch den östl. Themen. Die Hschn.-Ill. alter ungar. Lit. sind von einem grotesken, doch sanften Humor charakterisiert. D. zeigt hier eine außerordentl. Fähigkeit für das Erfassen der Atmosphäre Ungarns im 18./19. Jh. bei Charakteren, Situationen und Trachten. Seine Plakatkunst und Werbegraphik steht anfangs im Zeichen des linear-dekorativen Stils der Wiener Secession (Fledermaus, 1907), später arbeitet er mit größeren Farbflächen und einem üppigeren Arrangement (Einladungskarte für die Kner-Druckerei, 1914; Ausst. von Kriegsgraphik, 1917).
Kunstrichtungen
Steckbrief
Grafiker, Zeichner, Illustrator, Schriftkünstler, Exlibriskünstler
28.09.1887 (Farmos)
09.09.1951 (Ödenburg)









