William Daniell

Biografie

Biogramm: Sohn von William und Sarah D., Inhaber des Wirtshauses "The Swan" in Chertsey. Bruder von Samuel D. 1801 Heirat mit Mary Westall, der älteren Schwester von Richard Westall. Wahrsch. Vater von Sophia S. D. Er schulte sich als Ass. seines Onkels Thomas D. beim gemeinsamen Aufenthalt in Indien 1785-94; D. half diesem sowohl bei der Vorbereitung der Stiche von zwölf Ansichten von Kalkutta, ed. 1788, als auch bei der Anfertigung der zahlr. Zchngn, Aqu. und Öl-Gem., die auf den ausgedehnten Reisen durch N- und S-Indien entstanden. Über den größten Zeitraum führte er ein Tagebuch (India Office Libr., London; unveröff.), das Auskünfte gibt über die künstler. Methoden und ihre Eindrücke vom Land. 1795-1808 in Großbritannien zus. mit dem Onkel im wesentlichen beschäftigt mit der Produktion der sechsbändigen Ed. 'Oriental Scenery', einer der prachtvollsten Publ. von Aquatinten über Indien. Nach Vervollkommnung des Aquatintastichs wandte sich D. der Topogr. von Großbritannien zu. 1802-13 fertigte er eine Ser. mit Ansichten von London und der London Docks. Anschl. unternahm er zahlr. Touren durch Großbritannien für die Produktion der achtbändigen Ed. 'A Voyage Round Great Britain', ed. 1814-25. Das letzte große Aquatintawerk war 'Views of Windsor, Eton and Virginia Water', 1827-30. Das Interesse an Indien und dem Fernen Osten behielt D. zeit seines Lebens bei, nutzte als Vorlage für weitere Werke nicht nur eig. Zchngn und die des Onkels, sondern auch Zchngn and. Künstler. Nach der Zus.-Arbeit mit Thomas D. bei 'A Picturesque Voyage to India by the way of China', ed. 1810, fertigte er 1811 eine vorzügl. Ser. von Aquatinten von Bhutan ('Views from Bhutan', Lo. 1813) nach Orig. des befreundeten Samuel Davis. 1821 stach D. Ansichten des Prince of Wales Island (Insel Penang) nach Colonel Robert Smith. Obwohl hauptsächl. wegen seiner Aquatinten bek., stellte er 1795-1838 auch Öl-Gem. und Aqu. des Fernen Ostens und Großbritanniens in der RA und der BI aus. 1807 Associate der RA (in diesem Jahr ausgedehnte Reise durch Wales); erst 1822 Voll-Mitgl. der RA (sicherte sich die Nominierung anstelle von Constable). Zus. mit Reverend Caunter Herausgabe des fünfbändigen, äußerst erfolgreichen 'Oriental Annual', Stiche von D., Text von Caunter in einer Form abgefaßt, als hätte D. ihn selbst geschrieben, publ. 1834-39. - Anfängl. ähnelte D.s Stil dem seines Onkels so sehr, daß seine frühen Gem. von Indien kaum von dessen Werken zu unterscheiden sind. Sie waren inspiriert vom klass. Stil des 18.Jh., seit ca. 1805 jedoch wurde D.s Malerei unter dem Einfluß von R.Westall zunehmend kraftvoller und romantischer. Die überwiegend kleinformatigen Aqu. sind poetisch und farbenreich, sie wirken jedoch dürftig und sind in der Qualität weit entfernt von den brillanten großen Lsch. des Onkels. Bei Zeitgen. fand D. nicht die gebührende Beachtung. Der Tagebuchschreiber Joseph Farrington bezeichnete ihn als "keinen herausragenden Maler", und Constable war gleichermaßen ablehnend. Gegenwärtig wird D. mehr geschätzt. Er war ein vorzüglicher Aquatintastecher, unübertroffen zu seiner Zeit, und die besten Gem., bes. jene vom Fernen Osten, lassen eine beeindruckende Erhabenheit spüren, bes. auffallend bei den beiden großformatigen Gem. 'European Hongs on the Waterfront at Canton', 1806 bzw. 1808 (Nat. Maritime Mus., London; Priv.-Slg, Kalifornien). Sie sind deutlich inspiriert von den Londoner Ansichten von Canaletto und sind die wichtigsten von einem europ. Künstler des 18./19.Jh. ausgef. Darst. der chin. Küste.

Steckbrief

Beruf
Maler, Kupferstecher
Geboren
1769 (Chertsey)
Verstorben
16.08.1837 (London)

Werke des Künstlers im LWL-Museum für Kunst und Kultur (1)

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