Mihály Biró
Biografie
Biogramm: Stud.: 1904-08 KGS Budapest bei Imre Simay und Antal Loránfi (Kleinplastik). Stud.-Reisen mit Stip. nach Paris, München, Berlin und Brüssel. In London 1909 Mitarb. in der "School of Handicraft" und "Guild of Handicraft" von Charles Robert Ashbee. 1910 Rückkehr nach Ungarn. 1911-13, vermittelt durch seinen Bruder, den polit. Funktionär und Verlagsleiter Dezso B., u.a. für die Ungar. Sozialdemokrat. Partei (USDP) tätig (Wahl- und Antikriegsplakate). 1915-17 Artillerie-Offizier (u.a. Album von den Kriegsschauplätzen in Serbien, Montenegro, Albanien, Italien und Rußland, Lith.). 1918/19 in Budapest während der Räterepublik Organisator für die 1.Mai-Dekoration und Berufung an die HBK als Leiter des Lehrstuhls für Plakatkunst. Teiln. an den bewaffneten Kämpfen. 1919-28 Emigrant in Wien, als Gebrauchsgraphiker für versch. Firmen tätig (u.a. Muratti, Meinl, Abadie, MEM, Humanic; Film- und Reklameplakate). Daneben Zeichner bei "Die Bühne" und "Die Stunde", für die Sozialdemokrat. Partei Österreichs. Ständige Arbeits-Kontakte nach Budapest. 1928 Übersiedlung nach Berlin, Anstellung bei der UFA, Zeichner bei "Volk und Zeit" und Plakatgestalter bei der Sozialdemokrat. Partei Deutschlands. 1932 Rückkehr nach Wien, 1934 Flucht über Bratislava, Prag nach Paris, dort Internierung. 1943 Flucht nach Amerika, 1947 als Schwerkranker Rückkehr nach Ungarn, zeitweise noch Dozent an der HBK Budapest. Ausz.: 1912 Gewinner im Zoo-Wettb. und beim Anti-Alkohol-Ver.; 1922, '23 Preisträger im Plakat-Wettb. der Internat. Wiener Messe; 1947 Verdienst-Med. "Pro Arte". - Anfangs v.a. Karikaturen, Ill. und Exlibris. Daneben Skulpturen und Reliefs, auch Entwürfe für Gebrauchsgegenstände. Bald wird jedoch das Plakat zu seinem wichtigsten Tätigkeitsfeld. Er erzielt große Erfolge mit Werbeplakaten (z.B. 'Palma Gummi-Sohle', um 1911), entwirft Kino- und Presseplakate (u.a. für die Zs. Nyugat, 1911; 'Pesti Napló', 1917). In zahlr. Flugblättern und Plakaten greift B. die wichtigsten Ereignisse der ungar., österr. und dt. Politik, Kultur und Wirtschaft auf. Höhepunkt seiner Plakatkunst ist der Entwurf der überlebensgroßen Figur eines herkulesartigen roten Arbeiters mit Hammer (Plakat für Népszava, 1912; vielfach variiert und Emblem der USDP). 1920 entsteht die entlarvende Zchngs-Serie 'Horthy!' Malte auch versch. Wandbilder (z.B. 'Brüder, zur Sonne, zur Freiheit', Arbeiterkulturhaus Nitra, 1935). - Von späteren mod. Strömungen unberührt, blieb B. mit seinen Plakaten im Jugendstil verwurzelt, wobei er die dekorativ-stilisierende Formensprache mit Pathos zu erfüllen verstand.
Kunstrichtungen
Steckbrief
Plakatkünstler, Zeichner, Bildhauer, Maler
30.11.1886 (Budapest)
06.10.1948 (Budapest)

