Karl Bauer (1868-1942)
Biografie
Biogramm: Stud.: KA Stuttgart bei J.Grünenwald, F.v. Keller, G.Igler, ABK München bei W.v. Lindenschmit; und 1893 Acad. Julian, Paris. 1894 in Württemberg, seit 1895 ständiger Wohnsitz in München. Mitgl. der Münchner Künstler-Genossenschaft, des Künstlerbundes Karlsruhe, des Süd-dt. Illustratorenbundes und des Ver. für Originalradierung. - B. war v.a. als Porträtist tätig und schuf Öl- und Temperabilder, Pastell-Zchngn sowie Lithographien und Radierungen bekannter Persönlichkeiten (u.a. eine Reihe von Goethe- und Schillerbildnissen, weiterhin Portr. von Friedrich Nietzsche, Stefan George, Gerhart Hauptmann, Frank Wedekind, Thomas Mann, Richard Strauß, Ludwig van Beethoven, Martin Luther, Bismarck). Die hist. Bildnisse fertigte er nach eigener Aussage mit Hilfe lebender Modelle, zeitgen. Ber. und Portr. sowie nach Gesichtsmasken, wobei er physiognom. wie psycholog. Genauigkeit erstrebte. Daneben entstanden Exlibris sowie Landschafts- und Stadtansichten (u.a. Pariser Szenen für die Zs. Jugend, an der B. seit 1896 mitarbeitete und für die er zahlr. Titelbilder lieferte). Auch Ill. für Bücher, z.B. 'Hellas', 1909, Bd 32 der Reihe Der dt. Spielmann; W.Kotzde, 'Bismarck', 1913; 'Schiller', 1915 (beide in der in Mainz ersch. Reihe Vaterländ. Bilderbücher). Zudem führte er Wandmalereien in Kirchen aus (u.a. Lutherbilder in der Dreifaltigkeitskirche in Görlitz sowie in Oppenweiler und Helsingfors; ab 1899 Wandmalereien für das Ulmer Münster). Für das Ernst-Haeckel-Mus. in Jena schuf er Portr. von Jean-Baptiste Lamarck, Goethe, Charles Darwin und Ernst Haeckel. - B.s Bildniskunst setzt in der Tendenz zur Idealisierung und dem gekonnten Einsatz von Hell-Dunkel-Effekten klass. Trad. fort, zeigt aber auch realist. Ansätze. Das zeitweilig vom Jugenstil beeinflußte Werk weist insgesamt über das 19.Jh. hinaus. B. gab auch Zyklen von Zchngn und Graphiken in Buchform heraus, u.a. 'Charakterköpfe aus Deutschlands großer Zeit', 1913 (zum Thema der Freiheitskriege); 'Dt. Führer in großer Zeit', 1915; 'Führer und Helden', Feder-Zchngn, 1915; 'Gleichnisse Jesu, in Bildern dargestellt'. Zum Kalender Kunst und Leben des Berliner Verlages Heyder trug B. bis 1921 elf Bildnisblätter bei. Als sicherer Porträtist pflegte er eine betont idealist. Bildnisauffassung, die häufig auch einen Zug zur Heroisierung verrät. Deren nationalist. Tendenz zeigt sich in den 1933 von B. in München ausgestellten Bildnis-Rad. Hitlers und Luthers.
Kunstrichtungen
Steckbrief
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07.07.1868 (Stuttgart)
06.05.1942 ()