Paul Basilius Barth

Biografie

Biogramm: Vetter von Theodor B., Vater von Andreas und Heinrich B. In Basel 1898-1900 Lehre als Dekorationsmaler, daneben Abendkurse (Malen, Zeichnen) an der Gewerbeschule, 1900-02 dort Tageskurse bei Fritz Schider, der B.s wichtigster Lehrer wurde und zus. mit Ernst Stückelberg B.s Entschluß, als Maler zu arbeiten, förderte. Stud.: 1902-04 Akad. München, bei Peter Halm, und Priv.-Schule Knirr zus. mit den Basler Maler-Freunden Jean-Jacques Lüscher, Numa Donzé und Heinrich Müller. 1904-06 Atelier-Aufenthalte in Florenz und Rom, mit Paul Altherr, Paul Burckhardt und Hermann Meyer Malaufenthalte in Amalfi und Neapel. 1906-14 in Paris, an der Acad. Julian, gleichzeitig tätig mit den Baslern Karl Dick, Numa Donzé, Jean-Jacques Lüscher, Heinrich Müller, die später als "Die Basler Dunkeltonigen" bekannt wurden. Diese knüpften bei Daumier, Courbet und Manet an und entwickelten eine satte Farbigkeit, bauten nicht auf der Linie, sondern den Farbwerten auf. Für B. wurde die Auseinandersetzung mit Cézanne und Gauguin wichtig. An der Acad. Humbert traf er mit Matisse, Marquet, Dunoyer de Segonzac zus., Freundschaft mit Maurice Denis. Seine Palette hellte sich auf, aus dem "Dunkeltonigen" wurde ein Maler der intensiven Farbe, dessen bevorzugte Farben Rot und Blau wurden und blieben. Von Paris aus Sommer-Aufenthalte in Barbizon, auf Reichenau im Bodensee, auf Ufenau im Zürichsee, der Ile de Porquerolles/Toulon und an der breton. Küste. See- und Meerlandschaften blieben zeitlebens anziehend für B. 1914-19 in Basel, Malaufenthalte im Wallis, am Genfersee, im Tessin, 1920 Sizilien, Rom, Venedig, ab Herbst in Paris, von dort erneute Malaufenthalte in S-Frankreich, Italien, Basel und Umgebung, am Thunersee. 1922 Reise nach Algerien (mit Donzé), 1925 nach Tunesien. 1939 bei Kriegsausbruch Rückkehr in die Schweiz, Niederlassung in Riehen, wo er ein Atelierhaus erb.; häufig am Genfer See (St.Saphorin; Chexbres), wo er sich mit Wilhelm Gimmi traf. 1951-54 Sommer-Aufenthalte am Bodensee in einem Atelier in Güttingen/Thurgau. - B. wurde von 1910 an bis zu seinem Tod unbestritten als einer der bedeutenden Schweizer Maler anerkannt, der auch im Ausland zur Geltung kam. Das entscheidende Erlebnis hatte B. als Schüler durch die Jubiläums-Ausst. Böcklins 1897 in Basel. Allerdings ließ er zeitbedingte Züge in Böcklins Thematik und Gestaltung hinter sich, wird jedoch zu Unrecht als "Überwinder des Böcklin-Bannes" bez. Sein Pathos in Figurenbildern und in der Landschaftsauffassung hat einen anderen Klang, bewahrt aber ohne literar. Grundgedanken die Noblesse von Böcklin und Feuerbach, die Gabe, Farbe als Ausdrucks- und Spannungsträger einzusetzen; auch schlichteste Alltagsthemen wie Figuren in Interieurs und in der Landschaft nehmen einen verhaltenen, gemessen-ernsten Ton an, so wie die Landschaften - weiträumig und lichterfüllt - Ruhe und ein klares maler. Konzept beinhalten, das weder in den Einfluß Hodlers oder in neuere Strömungen geriet. Er blieb konsequent figürl., seine Abstraktion liegt im Primat des maler. Anliegens, das über Realismus und Naturalismus steht. Davon zeugen auch die Bildnisse (als Porträtmaler war schon der junge B. der Münchner und ital. Zeit anerkannt), die wie die Selbstbildnisse in ihrer Ruhe und Gemessenheit geradezu Stilleben-Charakter tragen.

Kunstrichtungen

Steckbrief

Beruf
Maler, Zeichner
Geboren
24.10.1881 (Basel)
Verstorben
23.04.1955 (Riehen)

Werke des Künstlers im LWL-Museum für Kunst und Kultur (1)

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