Jean Audran
Biografie
Biogramm: Dritter Sohn von Germain (11), Vater von Benoit II (3) und Michel (16). Schüler seines Onkels Girard (12) in Paris, bei dem er rasch eine hohe Perfektion erreichte, so daß dieser ihn bald zur Mitarbeit heranzog und ihn bes. mit verkleinerten Nachstichen seiner Großformate beauftragte (z.B. für Les batailles d'Alexandre). 10.10.1694 Ehe mit Marie Marguerite Dossier (+1714). Seit 1700 (oder schon vorher) "graveur ordinaire du roi", wohnhaft im Hôtel des Gobelins. Am 30.6.1708 Aufnahme, am 27.9.1708 Zulassung in der Acad. R. de Peint. et de Sculpt. mit 'Portr. von Coysevox' nach Rigaud und einem 'Selbstportr.' von Noël Coypel. Der bei Audin/Vial, 1918, aufgeführte erste Sohn 'Jean-Claude A.', Maler ohne nähere Angaben außer dem Taufdatum: 28.1.1697, bleibt mit seiner Profession zweifelhaft. - A. war ein sehr hochgeschätzter und produktiver Stecher (ca. 500 Werke), der im Mischverfahren von Rad. und Stich in der Zeichnung und Modellierung sehr korrekt und nuancenreich, wenngleich etwas kühl und weniger ausdrucksstark als sein Onkel war. Mit Vorliebe stach er bes. die Koloristen, z.B. bemerkenswert die Ill. zur 'Hist. de Marie de Medici' nach P.P. Rubens, auch Poussin, Lebrun, Jouvenet. A.s Stil und Technik, noch an das 17.Jh. gebunden, stehen wie die seines Bruders Benoît I (3) - mit dem er oft zusammenarbeitete - am Übergang zur Stecherära des Watteau und Gillot. A. war beteiligt an der 'Recueil Julienne', 1728/29, nach Watteau. Die Leichtigkeit und den Esprit der ausgesprochenen Watteau-Stecher, wie etwa sein Sohn Benoît II (4), hat der Vater nicht mehr erreicht.
Steckbrief
Kupferstecher, Kupferstichverleger
26.04.1667 (Lyon)
17.06.1756 (Paris)


