
Wolfgang Heimbach Selbstbildnis, 1660
Die kleinformatige hochovale Tafel ist das einzige autonome Selbstbildnis des Künstlers. Der Dargestellte trägt auf dem Haupt eine dunkle Kappe sowie eine ebenso dunkle Jacke, die vorne mit einer durchgehenden Knopfreihe geschlossen und an den Ärmeln pelzverbrämt ist. Am Hals ist das strahlende Weiß eines Tüchleins sichtbar, das vorne in einem Ring zusammengefasst und in die Jacke gesteckt wurde. Quer über der Jacke liegt eine wertvolle goldene Kette, ein fürstliches Belohnungsgeschenk, das auf seine Tätigkeit als Hofmaler hinweist.
Da Malgrund und Kleidung insgesamt dunkel gehalten sind, treten Gesicht und Hände wie von hellem Licht erleuchtet hervor. Heimbach präsentiert sich dem Betrachter als Halbfigur im Dreiviertelprofil, wobei er seine rechte Hand selbstbewusst in die Hüfte gestemmt hat, während er in der Linken die Utensilien des Malers hält: die Palette zum Abmischen der Farben, ein Tuch und mehrere Pinsel.
Das längliche Gesicht wird an den Seiten von leicht gewelltem, rötlichen Haar gerahmt, das sich auch an Schnurr- und Kinnbart wiederfindet. Heimbachs Züge sind ebenmäßig, seine Stirn ist hoch, die Nase gerade und die Augenlieder sind leicht gerötet. Besonders einnehmend ist die große Lebensnähe dieses mit größter Präzision und feinstem Pinsel gemalten Gesichts.
Wie die ungewöhnliche, weil rückseitig angebrachte Datierung anzeigt, entstand das Gemälde 1660 zu einem Zeitpunkt, an dem Heimbach mit Mitte vierzig als Hofmaler in Diensten des dänischen Königs Friedrich III. in Kopenhagen stand und sich damit auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn befand. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Wappen, das Heimbach rechts neben seinem Bildnis und oberhalb der Bezeichnung „Wolff. Heimbach Conterfey“ malte und bei dem es sich um das Familienwappen der Heimbachs handelt.
- 27.09.1779 Auktion Nothnagel, Frankfurt a. M.
- 1779–o. J. Mentzinger (?)
- […]
- o. J.–1859 Friedrich Moritz von Brabeck, Schloss Söder/Nachlass
- 31.10.1859 Auktion Museum Hannover
- [...]
- 1994 Kunsthandlung Frye & Sohn, Münster
- 1994 erworben mit Unterstützung der Freunde des Museums


