
Wolfgang Heimbach Königin Christina von Schweden, 1661
Kristina Augusta Wasa (1627–1689) bestieg nach dem frühen Tod ihres Vaters, König Gustav II. Adolph von Schweden (1594–1632), im Jahr 1644 den schwedischen Thron. Sie war sehr gebildet, sprach mehrere Sprachen und verfolgte mit ihren breitgefächerten Interessen in den Bereichen Kunst, Religion, Philosophie und Mathematik das Ziel, die Hauptstadt Stockholm zu einem „Athen des Nordens“ zu machen. Zugleich war ihr Charakter nicht ohne Brüche. Auch weigerte sie sich beständig, einen Gatten zu erwählen. Vermutlich war es schließlich Christinas Wunsch zur katholischen Kirche überzutreten, der sie 1654 dazu brachte, auf den Königsthron zu verzichten und sich nach dem Konvertieren dauerhaft in Rom niederzulassen.
Heimbachs Porträt von Königin Christina entstand 1660, während ihres Aufenthaltes am Kopenhagener Hof. Heimbach schuf drei Versionen ihres Porträts mit leichten Variationen. Im Münsteraner Werk steht Christina auf einem Thronpodest, über dem ein Baldachin aufragt. Durch einen rückwärtig geöffneten Bogen fällt der Blick auf ein stark verkürztes, schmuckloses Gebäude. Auf dem Tisch links liegen die Reichsinsignien, das Zepter, die Krone und der Apfel. Während Christina in der einen Hand den Kommandostab hält, hat sie die andere selbstbewusst in die Hüfte gestemmt. Diese Darstellung entspricht den zeitgenössischen Beschreibungen ihrer Person, die im Ganzen als wenig damenhaft angesehen wurde. Zugleich macht Heimbachs Inszenierung deutlich, dass die Darstellte auch nach ihrer Abdankung noch den Status einer Monarchin beanspruchte.


