Wolfgang Heimbach Dame bei der Toilette, um 1635/1640
Das querrechteckige Format des Gemäldes belebt in dieser Komposition die einfache Reihung von Figuren, einem Paar und ihren beiden Bediensteten im Bildvordergrund. Die Hauptfigur ist die blonde Dame im dunkelblauen Kleid, die sich bei einer Drehung des Körpers im Spiegel betrachtet, der links im Vordergrund vor einem Stuhl steht. Offensichtlich ist sie sich ihres adretten Erscheinungsbildes gewiss und erwartet damit auch unsere Bewunderung. Direkt neben beziehungsweise hinter ihr steht ihr Kavalier, der komplett in Rot gekleidete Herr mit Hut, Kniebundhose und Stiefeln. Auch sein Blick ist frontal zu den Betrachtenden gerichtet, die er gerade erst zu bemerken scheint – wie seine erstaunt erhobene Rechte zu erkennen gibt. Die Szene ist damit als die Toilette einer Dame zu identifizieren, die in der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts häufiger anzutreffen ist.
Der Raum, in dem sich die Figuren befinden, ist durch das Bett mit Baldachin als ein Schlafzimmer charakterisiert und mit kostbaren Materialen und Möbeln wie z. B. einer Goldledertapete ausgestattet, wie es für ein gutsituiertes bürgerliches Ambiente typisch war.



